Erfindungen des 20.Jahrhunderts
  Technische Entwicklung der Computer
Seit mehr als 3000 Jahren sind Rechengeräte bekannt. Griechen, Perser und auch Chinesen kannten eine "Rechmaschine". Dieser "Abakus wird noch heute in Russland und einigen Ländern Asiens benutzt und erlaubt sehr schnelle Additionen und Subtraktionen.
Im 16. und 17. Jahrhundert wurden mittels ausgeklügelter Feinmechanik Rechenmaschinen gebaut, die zunächst addieren und subtrahieren und später durch wiederholte Addition auch multiplizieren konnten.
1832 entwickelte Charles Babbage eine mechanische Rechenmaschine. Sie verfügte bereits über Rechenwerk, Steuerwerk, Speicher, Ein- und Ausgabe sowie eine Programmsteuerung. Hier sind Grundzüge des Aufbaus heutiger Computer erkennbar.
Die mathematische Grundlage für alle digitalen Rechen- und Steuerschaltungen entwickelte der britische Mathematiker George Boole mit der nach ihm benannten Booleschen Algebra in ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts.

Herman Hollerith (1860-1929) entwickelte ab 1882 elektrische Zähl -und Sortierapparaturen, deren wesentlicher Bestandteil die Lochkarte als Datenträger war. 1890 ließ er sich eine Maschine zur Informationsverarbeitung patentieren. Diese wurde im gleichen Jahr bei der 11. US-Volkszählung eingesetzt. 1896 gründete er die "Tabulating Machine Company", aus der sich später IBM entwickelte. 1900 verbesserte er seine Maschine um eine automatische Lochkartenzuführung, die Daten schneller lesen konnte.
Für den Einsatz im kaufmännischen Bereich, zum Beispiel in der Buchhaltung oder in der Betriebsabrechnung, wurden ab 1920 eine Vielzahl von Tabelliermaschinen entwickelt.
Die Deutsche Hollerith Maschinen Gesellschaft mbH (DEHOMAG) in Berlin entwickelte 1933 die Tabelliermaschine BK. Hierbei handelte es sich um einen auf der Grundlage von Lochkarten programmierbaren Rechenautomaten.
Die Tabelliermaschinen wurden in den folgenden Jahren verbessert und weiterentwickelt.

Die eigentliche Erfindung des Computers gebührt dem deutschen Ingenieur Konrad Zuse (1910-1995). Am 12.05.1941 stellte Zuse in Berlin den ersten arbeitsfähigen frei programmierbaren Digitalrechner "Zuse Z3" der Öffentlichkeit vor. Das Projekt war von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt finanziert. Der elektromechanische Rechner "Z3" bestand aus einem Rechenwerk mit 600 Relais sowie einem Speicher mit 1400 Relais und arbeitete insgesamt mit ca. 2600 Relais. Die Rechenleistung betrug bis zu 20 zu arithmetische Grundoperationen in einer Sekunde.
Zuse hatte bereits 1936 eine nach dem binären Zahlensystem mechanisch arbeitende programmgesteuerte Rechenmaschine ("Z1") entwickelt, mit der er rechnerische Routinearbeiten automatisieren wollte. Der Nachfolger "Z2" arbeitete schon mit elektromechanischen Teilen.
Zuse baute mit dem "Z 22" auch einen Elektronenrechner und mit dem "Z 23" einen Transistorrechner.
Parallel zu Zuse wurden in den Vereinigten Staaten Rechner entwickelt.
Mit dem "MARK I" wurde 1944 an der Harvard-Universität ein programmgesteuerter Rechenautomat in Betrieb genommen. Der Harvard MARK I von Howard H. Aiken (1900-1973) rechnete mit 72 Addierwerken zu je 23 Dezimalstellen. Das Gerät bestand aus 700000 Einzelteilen.

Ab 1942 erfolgte der Übergang zur Röhrentechnik.
Ein Rechner mit 1500 Röhren ("Colossus") war im Dezember 1943 in Amerika hauptsächlich zur Entschlüsselung von Funksprüchen, im Einsatz.
Die erste vollelektronische Großrechenanlage der Welt, ENIAC (Electronic Numerical Integrator and Calculator), 2000 mal schneller als Mark I, entwickelten J. P. Eckert und J. W. Mauchly 1946 an der Universität von Pennsylvania. ENIAC bestand aus ca. 18000 Röhren und führte mehrere hundert Rechenoperationen pro Minute durch. Eine Addition dauert 200 Mikrosekunden, die Multiplikation zweier zehnstelliger Zahlen ca. 2,8 Millisekunden. Dabei nahm er eine Fläche von 140 Quadratmetern ein, wog 30 Tonnen und benötigte 150 KW elektrische Leistung.

In den Fünfzigerjahren wurden Computer als Rechenanlagen auf Grundlage von Elektronenröhren gebaut. Magnetband, Magnettrommel und Ferritkernspeicher lösten Lochkarten und Lochbänder als Speicher ab.

Ende der Fünfzigerjahre vollzog sich der Übergang zu einer 2. Computergeneration. Amerikanische Physiker hatten 1947 den ersten Transistor entwickelt und seit 1955 wurden Transistoren serienmäßig hergestellt. Transistoren und Dioden lösten die Röhren in den Computern ab, die Rechner wurden kleiner, schneller, sie waren mit mehr Logikfunktionen ausgestattet und sie verbrauchten weniger Energie. Der erste Transistorcomputer war 1955 der mit 800 Transistoren und 11000 Dioden ausgestattete und für die amerikanische Luftwaffe bestimmte TRADIC.
In der Programmierung ging man von der zuvor verwendeten Maschinensprache über Assembler zu höheren problemorientierten Programmiersprachen über, wie etwa FORTRAN und COBOL. In dieser Zeit entstanden die Anfänge der heutigen Betriebssysteme. Auch die ersten Ideen zu Gemeinschaftssystemen, Rechenzentren und Netzwerken wurde geboren, denn noch immer waren die Computer teuer und groß.

 
 
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